Allergien – Überreaktionen des Immunsystems

Allergien – Hintergrund und Bedeutsamkeit

Als Allergie bezeichnet man die Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen in unserer Umwelt. Diese werden entweder eingeatmet (z.B. Pollen, Hausstaub, Tierhaare), verzehrt (Lebensmittel, Arzneimittel) oder direkt über die Haut aufgenommen. Es gibt viele verschiedene allergische Reaktionen. Die häufigsten und bekanntesten sind der Heuschnupfen (allergischer Schnupfen), das allergische Asthma, die Neurodermitis (atopische Dermatitis) und das allergische Kontaktekzem.

Mit zunehmender Erkrankungsdauer besteht bei allen Allergien die Gefahr, dass die Beschwerden häufiger auftreten und sich verselbständigen. So kann sich z.B. aus dem anfänglich nur gelegentlich auftretenden allergischen Schnupfen ein chronisches, allergenunabhängiges Asthma entwickeln. Auch ein kontaktallergisches Handekzem kann chronisch werden und gehört zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit. Die allergische Rhinitis ist von der WHO als eine wesentliche chronische Erkrankung der Atemwege definiert worden.

Trotzdem besteht nach wie vor die Neigung, Allergien in der Öffentlichkeit und in der Gesundheitsversorgung zu bagatellisieren. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie werden nur 10 Prozent der betroffenen Patienten mit Atemwegsallergien korrekt therapiert. Ein Fortschreiten der Erkrankung ist die Folge. So entwickeln beispielsweise 40 Prozent der Patienten mit einer unbehandelten allergischen Rhinitis im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma.

Neben einer Bagatellisierung stellt sich jedoch auch eine Fehleinschätzung der Auslöser als ein Problem in der Öffentlichkeit dar. So werden Inhalationsallergene unterschätzt, die Bedeutung von Nahrungsmitteln als Auslöser von Allergien jedoch tendenziell überschätzt.

Nicht nur die gesundheitlichen Auswirkungen und Folgekosten durch mangelhafte Therapie, auch die volkswirtschaftlichen Schäden durch Allergien sind erheblich. Die jährlichen Kosten für Allergien in der EU belaufen sich auf ca. 25 Milliarden Euro. Dazu gehört nicht nur die allergiebedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz, die nach Schätzungen in den USA etwa 73 Millionen Arbeitstage pro Jahr umfassen, sondern auch eine erheblich reduzierte Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf. Bereits der oft als »einfache Allergie« fehleingeschätzte allergische Schnupfen kann die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent senken.

Nutzen Sie deshalb frühzeitig die modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten!

Allergien – Diagnostische Methoden

Prick-Test
Der Prick-Test ist eine Standard-Untersuchung, mit der vor allem Allergien vom Soforttyp (Typ I) nachweisbar sind. Solche Allergien sind Überempfindlichkeits-Reaktionen, die durch den Kontakt mit bestimmten Substanzen (Allergenen), wie z.B. Pollen ausgelöst werden.
Im Prick-Test können folgende Allergene enthalten sein: Pollen (z.B. von Birke, Erle, Haselnuss und Gräsern), Hausstaub (Milben), Schimmelpilze, Tierhaare, Nahrungsmittel (Milch-, Eier- und Fischeiweiß ebenso wie Hülsenfrüchte und Obst).
In Form von Tropfen werden die Allergene auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen. Die Haut wird dann mit Hilfe einer feinen Lanzette oberflächlich eingestochen. Das bereitet dem Patienten in der Regel keine Schmerzen.
Nach 15 bis 30 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Wenn der Patient auf eines dieser Allergene reagiert, so kommt es im Bereich des entsprechenden Allergentropfens bereits nach Minuten zu mehr oder weniger starker Rötung, Juckreiz und Quaddelbildung: Die Reaktion ist positiv. Positive Testergebnisse bedeuten aber nicht zwangsweise, dass der Patient gegen diese Substanzen allergisch ist. Ein positives Testergebnis kann nur eine Verdachtsdiagnose für eine mögliche Allergie sein und muss durch weitere allergiediagnostische Verfahren bestätigt werden.
 
Intrakutan-Test
Dieses Testverfahren wird zum Nachweis von Überreaktionen auf schwache Allergene angewendet. Das sind z.B. Ausscheidungen der Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen.
Mit einer speziellen Nadel werden Allergenextrakte direkt in die Haut am Arm gespritzt, bis sich ein etwa 1 bis 2 Millimeter großes Bläschen bildet. Durch das Einspritzen dringt die Testsubstanz in das Bindegewebe und in ggf. verletzte Blutgefäße der Haut ein. Ist die Person auf eine bestimmte Substanz allergisch, zeigt sich nach ca. 20 bis 30 Minuten eine Rötung und Schwellung im Bereich der Einstichstelle.
Eine bestehende Allergie kann mit diesem empfindlichen Test relativ sicher erkannt werden. Leider ist das Verfahren etwas schmerzhaft.
 
Reib-Test, Scratch-Test
Reib-Test: Bei sehr empfindlichen Betroffenen wird die Allergenlösung nur in die Haut des Unterarms gerieben, um eine Hautreaktion zu provozieren. Oder man verwendet ganze Produkte, wie z.B. Nüsse.
Scratch-Test: Er funktioniert ähnlich wie der Prick-Test, nur dass die Haut unter dem Allergentropfen angeritzt wird. Der Test liefert aber nicht so eindeutige Ergebnisse und wird kaum noch verwendet.
 
Provokations-Test
Beispiel »nasale Provokation«: Besteht der Verdacht auf eine Hausstauballergie wird vom Arzt Milbenstaub direkt in die Nasenhöhle eingebracht. Mit dem Rhinomanometer wird dann ggf. das Anschwellen der Schleimhäute gemessen.
Ein Provokationstest wird nicht durchgeführt, wenn eine starke Überreaktion (z.B. bei asthmatischen Beschwerden) zu erwarten ist. Sonst gerät der Allergiker unnötig in die Gefahr einen anaphylaktischen Schock zu erleiden.
 
RAST
Der Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST) ist ein Bluttest. Er zeigt, wie viele spezifische, allergieauslösende Antikörper (Immunglobulin-E, IgE) vorhanden sind. So lassen sich Soforttyp-Allergien schon in frühen Stadien entdecken.
Was sind Immunglobuline? Immunglobuline sind Stoffe, die der Körper zur Abwehr fremder Substanzen bildet und um den Organismus vor Infektionen zu schützen.
 
Bitte beachten Sie folgende warnenden Hinweise des Deutschen Ärzteblatts: In den letzten Jahren wird zunehmend Werbung für teure Bluttests auf spezifisches Immunglobulin G (IgG) und andere nicht evaluierte Tests zum Nachweis von Nahrungsmittel-Allergien oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten gemacht. Das Blatt nennt hier Tests mit Bezeichnungen wie »Allergoscreen« auf IgG, »IgG-Nahrungs-Antikörpertest-100«, »Imupro 300«, »Select 181«; »Novo Test« [lt. Anbieter kein IgG-Test, sondern ein »Aktivierter-Neutrophilen-Test«; das Deutsche Ärzteblatt nimmt diese Differenzierung nicht vor. Anmerkung des Redakteurs]. Fachverbände warnen davor, sich auf die Ergebnisse und unseriösen Interpretationen dieser Tests zu verlassen. Im Gegensatz zur Untersuchung von spezifischen IgE-Antikörpern lassen sich mit IgG-Tests keine Allergieauslöser nachweisen. Eine labortechnisch gemessene IgG-Produktion gegenüber Nahrungsmittelproteinen gehört zur normalen Immunantwort und besitzt keinerlei Krankheitswert, stellen die Autoren klar.
Zu den nicht evaluierten Tests bei Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit zählen laut »Deutsches Ärzteblatt« auch Zytotoxizitätstests (ALCAT-Test), Kinesiologie, Bioresonanz- und andere elektrische Verfahren (bspw. Elektroakupunktur nach Voll/Vegatest oder Bioresonanz [Mora]).
 
Eine vernünftige Abklärung von Nahrungsmittel-Allergien und -Unverträglichkeiten beruht auf einer diagnostischen Folge aus Anamnese, Hauttests, IgE-Bestimmungen und spezialisierten Labortests (basophile Allergenstimulationstests). Positive Testergebnisse sind nur bei dazugehörigen Symptomen klinisch bedeutsam!
 
Zitiert nach Dtsch Arztebl 2005; 102:A 1965—1969 [Heft 27]; Niggemann B, Grüber C: Unproven diagnostic procedures in IgE-mediated allergic diseases. Allergy 2004; 59: 806—808; Spiegel Online 3.1.2005: »Das große Geschäft mit dubiosen Allergietests«
 
Epikutan-Test
Zur Untersuchung einer Typ-IV-Allergie, die z.B. ein allergisches Kontaktekzem (Kontaktallergie) verursachen kann.
Der Epikutantest (von epikutan: auf der Haut) erfolgt mit Hilfe von Hautpflastern, die verschiedene Substanzen enthalten. Die Standardtestreihe enthält die 25 häufigsten Kontaktallergie auslösenden Stoffe wie beispielsweise Nickel, Duftstoffe, Perubalsam, Kobalt sowie verschiedene Konservierungsmittel und Salbeninhaltsstoffe. Eine allergische Reaktion liegt vor, wenn die Haut unter dem Pflaster mit einer Entzündung reagiert.
Es gibt spezielle Testreihen für besonders gefährdete Berufsgruppen wie z.B. Friseure, Metallarbeiter, Bauarbeiter und Menschen in den Textil verarbeitenden Berufen.
Die Kontaktallergie wird auch als Allergie vom Spättyp bezeichnet. Sie äußert sich meist als Hautekzem. Im Gegensatz zu einer Allergie vom Soforttyp zeigt sich bei der Kontaktallergie eine allergische Reaktion erst nach mehreren Stunden oder Tagen. Der Epikutantest nimmt zwei bis vier Tage in Anspruch.
 


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